1. Einführung in R-BASIC
1.1 Was ist R-BASIC
R-BASIC ist eine neue Programmiersprache für PC/GEOS. Sie ist einfach zu lernen und einfach zu benutzen, so dass Anfänger gut mit ihr zurechtkommen. Gleichzeitig ist sie so leistungsfähig, dass auch anspruchsvolle Projekte realisierbar sind. R-BASIC erfordert mindestens eine PC/GEOS Version ab GeoWorks 2.01 (oder höher). Empfohlen wird eine der aktuellen BreadBox Ensemble Versionen.
Warum gerade ein BASIC?
- Einfache Syntax. Die BASIC Syntax ist leicht zu erlernen, der Funktionsumfang von R-BASIC ermöglicht trotzdem die Programmierung von umfangreichen und professionellen Projekten.
- Kompatibilität. Es gibt eine Menge 'alter', aber trotzdem interessanter Programme, die nur darauf warten, nach R-BASIC portiert zu werden.
- Man kann quasi jedes beliebige BASIC Handbuch hernehmen, um die Grundlagen der (R-)BASIC Programmierung zu erlernen. Die Details mögen verschieden sein, aber die Konzepte, wie man programmiert, bleiben gleich.
Ist R-BASIC objektorientiert?
Ja, Sie haben Zugriff auf das leistungsfähige PC/GEOS Objekt-System. Die in R-BASIC verfügbaren Objektklassen werden im Objekthandbuch beschrieben.
Was sollte der Einsteiger wissen?
Wie bekomme ich Hilfe?
Für den Einsteiger ist unbedingt das Kapitel 1.2 (Womit beginnen) zu empfehlen. Später werden Sie das Hilfesystem von R-BASIC zu schätzen lernen. Es besteht aus drei Elementen:
- Die 'Wizzards' enthalten die Syntax und eine Kurzbeschreibung alle R-BASIC Befehle, Objektklassen, Instancevariablen und so weiter. Sie sind über das Hilfe-Menü oder die Taste F2 erreichbar.
- Die Handbücher befinden sich im Ordner R-BASIC\Dokumente. Hier werden alle Details der R-BASIC Sprache und des R-BASIC Objekt-Systems ausführlich beschrieben.
- Die Hilfe-Datei ist über die Taste F1 oder über das Hilfe-Menü erreichbar. Hier liegt der Schwerpunkt auf der thematischen Sortierung der Informationen.
Zusätzlich sind eine Menge an Beispielen zu den verschiedenen Themen im Ordner R-BASIC\Beispiel verfügbar.
Wie erstellt man ein R-BASIC Programm?
- Zu jedem BASIC-Programm gehören zwei Teile: der eigentliche Programmcode und die UI-Objekte. Die UI-Objekte werden im Fenster "UI-Objekte" vereinbart. Der Programmcode selbst wird in bis zu 5 weiteren Fenstern geschrieben.
Nachdem Sie ihren Code geschrieben und die UI-Objekte deklariert haben, müssen Sie das Programm 'compilieren'. Dabei wird die Syntax geprüft und eine Sequenz von 'Tokens' erzeugt, die später 'interpretiert' (ausgeführt) werden können. Dieses Konzept wird zum Beispiel auch von der Programmiersprache Java eingesetzt.
- Nachdem das Compilieren erfolgreich war, können Sie Ihr Programm starten. Sie können jetzt prüfen, ob alle Programmfunktionen so arbeiten, wie Sie es vorgesehen haben.
- Wenn alles funktioniert können Sie eine R-App anlegen. R-Apps bestehen aus drei wesentlichen Teilen: dem Launcher, der BIN-Datei und den erforderlichen Libraries.
Der Launcher ist der für den Nutzer sichtbare Teil. Er befindet sich im World-Ordner. In der BIN-Datei (binäre Daten-Datei) befindet sich das übersetzte BASIC-Programm. Der Launcher lädt diese Datei und führt den darin enthalten Code aus. Die genauen Zusammenhänge sind im Kapitel 3 dieses Handbuchs erklärt.
^1.2 Womit beginnen?
Die BASIC-Handbücher sind sehr umfangreich. Für einen Einsteiger ist es sehr schwer zu entscheiden, was er zuerst lesen soll und was sich eher für fortgeschrittene Programmierer eignet. In diesem Kapitel finden Sie eine Liste der für den Einstieg empfohlenen Themen.
Orientierung in den Handbüchern
Neben den Handbüchern selbst gibt es mehrere Möglichkeiten, sich einen Überblick über die vorhandenen Funktionen zu einem Thema zu verschaffen oder die passenden Kapitel im Handbuch zu finden.
- Die Wizzards (Menü: Hilfe) sind der Kern des BASIC Hilfe-Systems. Sie sind thematisch (BASIC Wizzard) bzw. alphabetisch nach Objektklassen (Objekt Wizzard) sortiert. Dadurch sind sie hervorragend geeignet, sich einen Überblick über die vorhandenen Funktionen zu einem Thema oder zu den Fähigkeiten und Eigenschaften einer Objektklasse zu verschaffen.
- Die Hilfe-Datei erfüllt drei Aufgaben:
- Sie ist als Wegweiser durch die Manuals konzipiert. Hier finden Sie - thematisch sortiert - die wesentlichen zu einem Thema gehörenden Handbuchkapitel aufgelistet. Zum Beispiel wird das Thema Grafik sowohl im Programmierhandbuch (grundlegende Befehle) als auch im Objekt-Handbuch (Objekte zur Grafikausgabe) und im Handbuch Spezielle Themen (Block-Grafik) behandelt.
- Sie enthält eine thematisch sortierte Liste alle R-BASIC Befehle und ihrer Syntax.
- Sie enthält eine Übersicht über alle R-BASIC Objektklassen, ihrer Instancevariablen und der dazugehörigen Konstanten.
- Die Dokumente R-BASIC Kommando Übersicht und R-BASIC Objekt Übersicht sind zu empfehlen, wenn Sie bereits etwas Erfahrung mit R-BASIC haben und sich einen Überblick verschaffen wollen oder wenn Sie ein spezielles Problem haben und nicht so genau wissen, wo sie nach einer Lösung suchen sollen. Suchen Sie nach Befehlen oder Instancevariablen, die so klingen, als könnten sie helfen und informieren Sie sich dann im Handbuch über die Details.
Tutorials
Tutorials enthalten Einführungen in die Programmierung mit R-BASIC am Beispiel. Wenn sie keine Programmiererfahrungen haben, sollten Sie diese Kapitel lesen, auch wenn Sie vielleicht nicht jeden einzelnen Schritt verstehen. Auch Leser mit Programmiererfahrung, die neu in der R-BASIC-Programmierung sind, sollten die Tutorials lesen.
Programmierhandbuch: Kapitel 1: Ein Anfängertutorial
link
Objekthandbuch: Kapitel 1.1: Ein Beispiel zur Einführung
Handbücher
Die folgenden Kapitel enthalten grundlegende Informationen, die man für die meisten Programmierprojekte benötigt. Sie sollten diese Kapitel zumindest überfliegen. Auch hier gilt: Sie müssen nicht alles am Anfang verstehen und Sie müssen auch nicht alles gelesen haben, bevor Sie mit dem Programmieren anfangen.
Programmierhandbuch: Konzeptionelles zur Basic Programmiersprache
Kapitel 2.1 Grundlegende Konzepte
Kapitel 2.2 Variablen und Typen
Empfohlen für den Einstieg:
2.2.1 Was sind Variablen?
2.2.2 Numerische Datentypen und numerische Ausdrücke
2.2.3 Stringtypen und Stringausdrücke
2.2.10 Die CONST Anweisung
Im weiteren Verlauf sind die folgenden Kapitel zu empfehlen:
2.3 Arbeit mit numerischen Ausdrücken
2.4 Arbeit mit Strings
2.5 Programmablaufsteuerung
2.6 Unterprogramme
Objekthandbuch: Konzeptionelles zu Objekten
Kapitel 1: Überblick (komplett)
Kapitel 2.1: Objekte und Objekt-Bäume
Kapitel 2.2 Ausgabe von Grafik
Kapitel 3.1 Caption: Die Objekt-Beschriftung
Kapitel 3.2 Objekt States
Kapitel 3.3 Geometriemanagement
Empfohlen für den Einstieg:
3.3.1 Überblick
3.3.2 Angabe von Größen, Positionen und Abständen
3.3.3 Anordnung der Objekte (zumindest 3.3.3.1 und 3.3.3.2)
Objekthandbuch: Objekte
Beschäftigen Sie sich mit einem speziellen Objekt dann näher, wenn Sie es einsetzen wollen. Für den Anfang benötigen Sie wahrscheinlich die Objekte Application, Primary, Button, Group, Menu, View und BitmapContent.
Wichtig: GEOS Objekte sind in ihrer Grundfunktion einfach einzusetzen, können aber auch sehr komplexe Seiten haben. Für den Anfang müssen Sie nicht alles zu einem Objekt lesen oder gar verstehen.
Sonstiges
Es ist zu empfehlen, ein Kapitel dann gründlich zu lesen, wenn Sie sich erstmalig mit der Thematik beschäftigen. Die meisten Kapitel gehen vom Allgemeinen zum Konkreten und vom Leichteren zum Komplizierten, so dass der Einsteiger zumindest die ersten Abschnitte gut verstehen kann.
Auch wenn Sie einen Befehl einsetzen wollen, den Sie noch nie benutzt haben, sollten Sie zuerst das Handbuch konsultieren. In den meisten Fällen finden Sie hier einfache Beispiele. Manchmal gibt es auch Syntaxvarianten oder Eigenschaften, die nicht auf den ersten Blick offensichtlich sind.
Nutzen Sie die Beispiele! Es ist erlaubt und gewünscht, den Beispielcode in eigene Projekte einzubinden, ihn dabei zu modifizieren und ihn an andere Programmierer weiterzugeben.
^ 1.3 Wichtige Pfade und Ordner
Dieses Kapitel listet die Pfade und Ordner auf, mit denen R-BASIC arbeitet. Sie dürfen die hier aufgeführten Ordner weder umbenennen noch verschieben, sonst kann R-BASIC nicht arbeiten.
Grundsätzlich gilt, dass jede neue R-BASIC Version alle mitgelieferten Dateien überschreiben kann. Sie müssen also geänderte Dateien (Beispiele, Dokumente, Fonts usw.) entweder umbenennen oder an einem anderen Ort speichern.
- Document \ R-BASIC
- In diesem Ordner und seinen Unterordnern finden Sie alle R-BASIC Dokumente und Programme. Per Default legt R-BASIC hier auch neue, leere Dokumente ab. Diese Einstellung können Sie im Menü 'Optionen' - 'Programm Optionen' - 'Default Programm Pfade' ändern.
Für Ihre eigenen Projekte sollten Sie hier einen eigenen Unterordner anlegen.
- Document \ R-BASIC \ Beispiel
- Hier finden Sie die von R-BASIC mitgelieferten Beispiele. Sie dürfen hier weitere Unterordner mit eigenen oder geänderten Beispielen anlegen.
-
Document \ R-BASIC \ Dokumentation
- Dieser Ordner enthält die Handbücher und alle mit R-BASIC mitgelieferten Dokumente. Zusatzprogramme wie Libraries können hier ihre eigenen Dokumente ablegen. Auch Sie können hier zusätzliche, eigene Dateien ablegen.
-
USERDATA \ R-BASIC
-
Dieser Ordner und seine Unterordner enthalten systemwichtige Dateien der R-BASIC IDE sowie die compilierten Programme. Es ist nur in wenigen Fällen erforderlich, dass Sie hier manuell Änderungen vornehmen.
- USERDATA \ R-BASIC \ BIN
-
Hier finden Sie die BIN-Dateien der compilierten, eigenständigen Programme. Es wird empfohlen, dass jeder Programmierer einen eigenen Unterordner für alle seine Programme verwendet. Das kann beim Erzeugen der eigenständigen Programme (siehe Kapitel 3) eingestellt werden, das heißt, Sie müssen den Unterordner nicht manuell anlegen.
Beispiel: Der Ordner USERDATA \ R-BASIC \ BIN \ MAXMU enthält alle BIN-Dateien der Programme von Max Mustermann. Nur für das Programm SuperGame, das neben der BIN-Datei noch viele Level-Dateien enthält, hat er einen eigenen Unterorder angelegt: USERDATA \ R-BASIC \ MAXMU \ SuperGame.
- USERDATA \ R-BASIC \ FONT
- Dieser Ordner enthält die Blockgrafik-Fonts (RBF-Dateien). Sie sollten alle eigenen Blockgrafik-Fonts hier ablegen.
- USERDATA \ R-BASIC \ IMAGES
-
Hier legt der R-BASIC-Installer Grafiken ab, die für alle BASIC-Programmierer verfügbar sein sollen. Sie können hier auch ihre eigen Grafiksammlung, z.B. einen Ordner mit *.ICO-Dateien, anlegen. Zum Zeichnen der Grafiken können Sie z.B. den R-BASIC Befehl DrawImage oder die Objekt-Instancevariable CaptionImage verwenden.
Beachten Sie, dass die Bilder nicht automatisch in das Installer-Paket der R-App aufgenommen werden. Sie können das beim Anlegen des Installer-Paktes (siehe Kapitel 3.2) sehr einfach angeben.
Die R-BASIC Standard-Installation legt folgenden Unterordner an:
- IMAGES \ Icon Tool Graphics
-
Dieser Ordner enthält die Bilder der Werkzeuge aus der Werkzeugleiste (i.a. 15x15 Pixel groß). R-BASIC hat für die Werkzeuge keine eigenen Objekte. Sie können die Bilder aus diesem Ordner als Captions für eigene Buttons verwenden, um ihrem Programm systemkonform aussehen zu lassen.
In der Standard-Installation sind folgende Unterordner enthalten:
- Icon Tool Graphics \ CD
-
Bilder für Buttons, die für einen CD-Player oder ein ähnliches Programm benötigt werden (Start, Stopp, schneller Vorlauf...).
-
Icon Tool Graphics \ Document
- Bilder für Buttons, die zur Dokumentenverwaltung (Neu, Öffnen, Speichern usw.) benötigt werden.
-
Icon Tool Graphics \ Edit and more
-
Bilder für Bearbeiten-Buttons, z.B. Kopieren, Einfügen, Linienstil usw.
-
Das Zusatzpaket 'More Tool Images', das von der R-BASIC Webseite heruntergeladen werden kann, legt die folgenden Unterordner an:
- IMAGES \ Cards
-
Spielkarten Vorder- und Rückseiten
- IMAGES \ Icon Tool Graphics \ Bitmap
-
Bilder für die Bitmap-Tools
-
IMAGES \ Icon Tool Graphics \ Colors
- Bilder für die Farbauswahl-Tools
- IMAGES \ Icon Tool Graphics \ Object Tools
-
Bilder für die Objekt-Tools wie Spiegeln, Zeiger-Werkzeug, Objekte verbinden usw.
- IMAGES \ Icon Tool Graphics \ Text
- Bilder für die Text-Tools wie fett, tiefgestellt, durchgestrichen usw.
- IMAGES \ Icon Tool Graphics \ Other
-
Bilder für weitere Tools wie Lupe, Rechtschreibprüfung, Fenster überlappen usw.
- USERDATA \ R-BASIC \ Library \ BIN
-
Die BIN-Dateien von Libraries werden automatisch hier abgelegt. Hier müssen auch die für R-BASIC geschriebenen SDK-Libraries abgelegt werden.
USERDATA \ R-BASIC \ Library \ System
Der Ordner enthält die Quellcodes der R-BASIC Systemlibraries. Sie können die Quellcodes einsehen, dürfen aber keine Änderungen vornehmen!
USERDATA \ R-BASIC \ RunTemp
Hier legen alle R-BASIC-Programme ihre temporären Dateien ab. Damit der Ordner nicht überquillt wird er bei Gelegenheit automatisch aufgeräumt.
USERDATA \ R-BASIC \ Syntax
Hier liegen die Dateien mit den Farbschemata der Syntax-Hervorhebung. Im Menü 'Optionen' - 'Editor-Einstellungen' - 'Farben' können Sie die Farben ändern, Farbschemata anlegen und laden.
USERDATA \ R-BASIC \ Tools
Hier werden Programme (oder Links auf Programme) abgelegt, die im Menü 'Extras' - 'Tools' erscheinen sollen. Sie können hier eigene Programme ablegen.
USERDATA \ R-BASIC \ Wizzard
Wenn Sie eine Library schreiben, müssen Sie den Wizzard zu dieser Library hier ablegen. Die R-BASIC IDE erkennt diesen Wizzard dann automatisch und liest ihn beim nächsten Start ein.
- WIZZARD \ Core
- Dies ist ein Systemordner. Er enthält die Wizzard-Dateien des R-BASIC Kerns und der Objekte.
- WIZZARD \ SysLibs
-
Dies ist ein Systemordner. Er enthält die Wizzard-Dateien der R-BASIC System-Libraries.
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