Auf einem alten Windows-Rechner unkompliziert ein Linux "zum reinschnuppern" installieren?

  • Neulich habe ich nach längerer Pause wieder einmal geguckt, was sich bei den einsteigerfreundlichen Linuxen so getan hat. Vielleicht wurde ja durch das Supportende von Windows 10 und die hohen Hardwareanforderungen für Windows 11 die Entwicklung hin zu einfach zu installierenden Linuxen zusätzlich gepusht. Jedenfalls ist es nun möglich, auch ohne Kommandozeilenkenntnisse ein Linux zu installieren und es für alltägliche Aufgaben zu verwenden.

    So könnte man vorgehen:

    1. Eine einsteigerfreundliche Linux-Variante wie z.B. "Zorin OS" auswählen und die ISO-Datei herunterladen.

    Es ist mittlerweile auch für Einsteiger kein Problem mehr, ein Desktop-Linux in Betrieb zu nehmen und zu verwenden. Die Installation läuft genauso einfach über eine grafische Oberfläche ab, wie bei anderen modernen Systemen auch. Als Neuling kommt man vollkommen ohne Kommandozeilen-Kenntnisse mit den Einsteiger-Linuxen zu einem vollwertigen, funktionierenden System. Dank integriertem App-Store ist es auch kein Problem mehr, Programme, wie z.B. einen aktuellen Firefox, zu installieren.

    Zorin OS orientiert sich vom Aussehen her zwar an Windows 10/11, man sollte aber keinen Klon erwarten. Linux ist ein eigenständiges System mit anderen Wurzeln als Windows und funktioniert in einigen Bereichen halt etwas anders...

    2. Für die Installation werden ein USB-Stick (min. 4GB, min. USB 3), der sowohl an den neuen als auch an den alten Rechner passt (USB-A / USB-C) und ein Programm zum Beschreiben und bootfähig machen des USB-Sticks benötigt. Ich verwende dafür "Raspberry Pi Imager", viele nutzen auch "balenaEtcher" oder ähnliche Programme.

    3. Dann gehts los: Den USB-Stick einstecken und "Rapsberry Pi Imager" starten. Beliebiges Modell auswählen, OS auswählen (ganz unten in der Liste, "Eigenes Image"). Button "SD-Karte wählen" anklicken und den USB-Stick aus der Liste auswählen.

    4. Klären, wie auf dem alten Rechner von einem USB-Stick gebootet werden kann. Dann den USB-Stick einstecken, den Rechner starten und den USB-Stick als Startmedium auswählen.

    5. Im Bootmenü den voreingestellten Menüpunkt "Try or install Zorin OS" bestätigen. Falls auf dem alten Rechner keine wichtigen Daten mehr liegen und das alte Windows sowieso weg kann, würde ich das Linux direkt auf der Festplatte installieren und es nicht vom USB-Stick aus testen. Falls Ihnen die Linux-Variante nicht gefallen sollte, können Sie später einfach ein anderes Linux wie oben beschrieben drüber installieren. Oder nutzen Sie die ebenfalls im Bootmenü angebotene Möglichkeit, Zorin OS parallel zu einem vorhandenen Windows zu installieren. Wenn Sie eher der vorsichtige Typ sind, starten Sie Zorin OS halt doch erst einmal vom USB-Stick...

    6. Folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm. :)


    Hier der Link zu einem Video, das die Installation zeigt und Zorin OS mit Windows 10/11 vergleicht.

    External Content www.youtube.com
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  • Hi,

    Ich nutze für solche Experimente immer einen sehr großen Stick mit "Ventoy". Das installiert man einmal auf dem Stick und dann reicht es, die ISO Dateien der Linuxe auf den Stick zu kopieren, ohne irgendwelche speziellen Tools. Beim Booten vom Stick kann man dann auswählen welches Linux man starten möchte...

    Bye,
    MeyerK

  • Für's Reinschnuppern würde ich nicht die "Live-CD"/USB hernehmen, sondern von einem "Live"/Installations-Datenträger das Linux auf einen externen Datenträger installieren - eine externe Festplatte, einen USB-Stick mit 32GB oder größer, so etwas in der Art. Wichtig ist zu wissen, dass Linux keine Laufwerksbuchstaben kennt. Es zählt die "/sdx" hoch, nämlich scsi device a..n. Hat man eine Windows Platte im PC wird das /sda sein mit den Partionen /sda1, /sda2 usw. Wenn man ein Linux dann auf eine externe Platte installieren will, kann man die aussuchen und muss sich die Laufwerksbezeichnung merken - z.B. /sdb. Ganz wichtig ist dann, dass der "Bootloader" von Linux auf dieser externen Platte landet, also auf /sdb oder so, damit man sich auf keinen Fall seinen Windows Bootsektor überschreibt!

    Zorin habe ich diesen Winter noch längere Zeit ausprobiert, das tut nur so, als ob es Windows-ähnlich ist. Zorin ist eine mäßig gepflegte, allenthalben hinterher hinkende Ubuntu-Abart. Die einsteigerfreundlichsten Distros sind für mich MX Linux, derzeit 25.1 (Debian-Derivat) und Linux Mint 22.3 (Ubuntu-Derivat mit stärkerem Debian-Anteil als Ubuntu) oder Linux Mint Debian Edition 7 / LMDE7. Bei allen Linuxen kann man den Look anpassen, wenn man einen Windows-look-alike will. Bis hin zu Twister OS für den Raspberry Pi bzw. als Linux-Aufsatz für Mint Xfce.

    Tipps für Infos: youtube ExplainingComputer (in britischem Englisch) und LinuxGuides in deutsch mit ganzen Anleitungen, v.a. für Mint & Co.